Google wirbt mit dynamischer DOOH-Kampagne

Einmal mehr gibt Google die Richtung vor: In einer datengetriebenen, dynamischen DOOH-Kampagne bewirbt Google typische Suchfunktionen. Das Ergebnis sind Botschaften, die einen unmittelbaren Bezug zum Umfeld der einzelnen Werbeträger aufweisen (Foto: WallDecaux).

Der Tech-Gigant Google hat schon immer eine besondere Nähe zu Out of Home. So zählt der Konzern beispielsweise zu den besten Kunden des Mediums – in Europa, aber auch in den USA. Ausgerechnet das Unternehmen, das also weltweit für eine drastische Verlagerung der Werbebudgets in Richtung Online sorgt, investiert monatlich Millionenbeträge in ein klassisches Medium, um im öffentlichen Raum aktive, mobile Konsumenten anzusprechen.

Neben dieser starken OOH-Präsenz scheint Google auch strategisch an dem Medium interessiert. Immer wieder wird über einen Eintritt in den Markt spekuliert. Das liegt einerseits daran, dass eine Out of Home-Kampagne in vielerlei Hinsicht eine ideale Ergänzung zu mobilen Kampagnen darstellt. Andererseits das Geschäft dem eigenen ähnelt: Man ist nicht als Publisher unterwegs, der sich um Sendelizenzen oder Content-Erstellung kümmern muss. Kerngeschäft ist die Ausspielung von Werbung. Der dritte Grund: Die digitale Außenwerbung hat zuletzt beeindruckende Wachstumskurven hingelegt und befindet sich technisch erst am Anfang ihrer Möglichkeiten. Die Zukunft scheint vielversprechend.

Einen Einblick, welche Möglichkeiten das sein können, zeigt die aktuelle DOOH-Kampagne von Google, die OMD Hamburg gemeinsam mit der Omnicom Media Group-Agentur FUSE in Hamburg und Berlin realisiert hat. In den beiden Städten bewirbt Google auf digitalen City Light-Postern, Infoscreens und Station Videos von WallDecaux und Ströer vier Alltags-Features seiner Suchfunktion: Orte in der Nähe, ÖPNV- und Zugverbindungen, Wettervorhersage sowie das aktuelle Kinoprogramm. Diese typischen Google-Suchen werden über eine datenbasierte Ausspielung mit den jeweiligen digitalen Screens in einen aktuellen Bezug gebracht. Dazu fließen Daten von Google in die Werbemittel ein, beispielsweise Öffnungszeiten und Nutzerbewertungen der User, Bahnverbindungen in der unmittelbaren Nähe, Spielzeiten von Filmen in Kinos ums Eck sowie das aktuelle Wetter. Damit erhalten Passanten Werbebotschaften, die sich stimmig in das jeweilige Umfeld einfügen.

Neben der Analyse von Nutzerdaten bilden dynamische Werbemittel die Basis der Kampagne. Insgesamt werden 16 verschiedene Motive automatisiert ausgespielt, die aus einzelnen Elementen bestehen und je nach Situation individuell zusammengesetzt werden und kontinuierlich ihr Aussehen verändern.

„Die neuen technischen Möglichkeiten in der OOH-Werbung machen es erstmals möglich, auch in der Außenwerbung in Echtzeit auf Faktoren wie zum Beispiel Wetter, Tageszeit oder Standort einzugehen – und damit Werbung relevanter und aktueller zu gestalten“, sagt Anne-Katrin Huebel, Head of Consumer Marketing DACH bei Google. „So können wir jetzt zum Beispiel bei heißem Sommerwetter zeigen, wo das nächste Freibad ist – bei Regen aber das nächste Kino.“ Man hebe mit dieser Kampagne Out of Home-Werbung auf das hohe Niveau der Google-Applikationen, sagt Julia Jahncke, Deputy Director Client Service OMD Hamburg. „Der Nutzen der Google Features für die Konsumenten wird somit auch in klassischen Medien innovativ und neuartig dargestellt.“

Für die kreative Umsetzung der Kampagne ist die Agentur 72andSunny Amsterdam verantwortlich.

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By |2019-07-08T10:17:43+00:00Juli 8th, 2019|Categories: Allgemein, Unternehmen|Tags: , |0 Comments

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Helmut van Rinsum
Helmut van Rinsum begleitet als Fachjournalist seit vielen Jahren die Medienbranche. Er arbeitet zudem als Kommunikationsberater und ist Herausgeber des wöchentlichen Newsletters "Künstliche Intelligenz im Marketing".

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