McDonald’s: Navi wird DOOH-Screen

Mit einer höchst effizienten Kampagne lotste McDonald’s in Kalifornien Autofahrer in seine Restaurants. Das Navigationsgerät fungierte dabei als DOOH-Screen.

Kürzlich hatte McDonald’s eine Umfrage in Auftrag gegeben. Frage war, wem man in so schwierigen Zeiten überhaupt noch Glauben schenken kann. Nicht unbedingt überraschend war das Ergebnis, dass jeder zweite unseren Politikern überhaupt nicht glaubt. Auch für die katholische Kirche sieht es düster aus. Vertrauenswürdig ist nach der Studie offenbar nur noch der Nachbar. Was McDonald‘s aber vermutlich am meisten interessierte: 38 Prozent zweifeln auch daran, dass Unternehmen ihre Markenversprechen einhalten.

Vor diesem Hintergrund macht die aktuelle Werbekampagne Sinn, die gerade angeschoben wurde. Motto: „Ob du’s glaubst oder nicht“. Darin will McDonald’s mehrmals im Jahr Einblick in Projekte geben, an denen der US-Konzern arbeitet, aber noch nicht perfekt ist. Das Markenversprechen: „Wir wollen besser werden.“

Das passt zur kommunikativen Gesamtstrategie, die auf drei Säulen basiert: Kampagnen, die aufs Image einzahlen, Kampagnen, die aktuelle Produkte bewerben – wie derzeit aktuelle Oster-Angebote – und Kampagnen, über die Kunden ganz konkret zum nächsten Restaurant navigiert werden. Feste Außenwerbetafeln, die den Autofahrern den Weg zur nächsten McDo zeigen (gerne auch im Umfeld von Burger King Restaurants) zählen längst zum gewohnten Straßenbild.

McDonald’s: Wegweiser-Kampagne mit Waze

Im südlichen Kalifornien experimentierte McDonald’s vor kurzem mit einer neuen Variante so einer Wegweiser-Kampagne. Dazu kooperierte das Unternehmen mit Waze, eine der weltweit am meisten verbreiteten Navigations- und Traffic-App. Dort wurden die Standorte der McDonald’s Filialen sowie die Werbetafeln in das Koordinatensystem eingespeist. Kam das Auto an einem der Plakatflächen vorbei, wurde ihm auf dem Screen ein Navi-Hinweis auf den nächsten Mc Donald’s angezeigt und auf Wunsch dort hin gelotst. Gleichzeitig erschienen passende Botschaften wie: Der Umweg wird nicht einmal drei Minuten kosten…

Die Kampagne lief von Oktober bis November des vergangenen Jahres. Jetzt wurde bekannt, wie effizient die Kampagne arbeitete: Über das Navi-System wurden rund 8.400 Restaurantbesuche vermittelt. Gezählt wurde dabei nur, wenn der Fahrer wirklich sofort nach dem Erhalt der Message Richtung Mc Donald’s abbog.

Das Navi im Auto, ob Smartphone, Tablet oder fest installiertes Gerät, übernahm damit die Rolle eines mobilen Digital Out of Home Screens.

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By |2019-03-27T16:09:37+00:00März 27th, 2019|Categories: Allgemein, Wissen|Tags: , |0 Comments

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Helmut van Rinsum
Helmut van Rinsum begleitet als Fachjournalist seit vielen Jahren die Medienbranche. Er arbeitet zudem als Kommunikationsberater und ist Herausgeber des wöchentlichen Newsletters "Künstliche Intelligenz im Marketing".

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