Real-Time-Bidding erreicht DOOH

In den USA und Kanada können jetzt die ersten digitalen Out-of-Home-Flächen im Real-Time-Bidding Verfahren gehandelt werden. Der Tech-Anbieter Kubient (Foto) stellt eine entsprechende Lösung vor.

Die DOOH-Branche nähert sich mit großen Schritten dem Programmatic-Zeitalter. Vereinzelt werden auch in Deutschland schon DOOH-Kampagnen automatisiert ausgespielt, ein Bieterverfahren gab es bislang aber noch nicht. Anders in den USA. Dort stellt jetzt die Tech-Company Kubient die ihren Angaben nach erste automatisierte Real-Time-Bidding-Lösung (RTB) für Digital Out-of-Home vor. Die zum Patent angemeldete Open RTB-Lösung bietet Anbietern, Agenturen und Werbungtreibenden Zugang zu einem Marktplatz, über den digitale Werbeflächen in Sekundenbruchteilen ersteigert werden können. Dabei können die Screens auch nach klassischen Retargeting-Kriterien gebucht werden. Damit, so Kubient, werde nun endlich auch DOOH vollwertiges Mitglied des digitalen Marketing-Ökosystems.

„Programmatic ist in der digitalen Werbung mittlerweile alltäglich“, so Chris Andrews, Chief Digital Officer von Kubient. „Wir haben auf dem Markt ein Bedürfnis nach einer transparenten, offenen Plattform erkannt, über die auch DOOH-Flächen in Echtzeit gehandelt werden können.“ Ab sofort könnten Markenartikler ihre Zielgruppen auch über die digitalen Out-of-Home Flächen retargeten.

Im Moment greift Kubient auf das Inventar von NRS Media und ReachTV zu. Im vierten Quartal sollen dann aber in den USA und Kanada weitere 1.000 Flächen dazukommen. Kubient bietet seine Lösung als Managed Service und als Self-Service-Lösung an. Dabei soll der Einsatz von Künstlicher Intelligenz dafür sorgen, dass Ad Fraud weitgehend ausgeschlossen werden kann.

In Europa wird die Lösung allerdings so schnell nicht angeboten werden können. Der Umgang mit den Daten, die zum Retargeting der User verwendet werden, gilt nach hiesigen Maßstäben zumindest als heikel. Medienberichten zufolge werden dabei auch sensible Informationen wie die Religionszugehörigkeit der User, ihre politische Einstellung sowie ihre sexuelle Orientierung übermittelt.

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By |2019-10-21T10:27:49+00:00Oktober 21st, 2019|Categories: Allgemein, Wissen|Tags: , |0 Comments

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Helmut van Rinsum
Helmut van Rinsum begleitet als Fachjournalist seit vielen Jahren die Medienbranche. Er arbeitet zudem als Kommunikationsberater und ist Herausgeber des wöchentlichen Newsletters "Künstliche Intelligenz im Marketing".

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