Was versteht man unter „Dynamic Content“?

Der DMI Blog sieht es als seine Aufgabe, das Verständnis für Digital Out of Home zu erhöhen. In einer Serie bitten wir deshalb Experten, die wichtigsten Begriffe der Branche zu erklären. Diesmal: Dynamic Content.

Sagen Sie mal Herr Ebbing:
Was versteht man eigentlich unter DYNAMIC CONTENT?

In seiner ursprünglichen Bedeutung beschreibt der Begriff „Dynamischer Content“ die Anpassung einer Werbebotschaft an das Verhalten der Nutzer bzw. Rezipienten. Seinen Siegeszug ist er im Parademedium für 1:1 Kommunikation angetreten – dem Online- bzw. Digitalgeschäft. Heute durchzieht er die komplette digitale Welt, inklusive der digitalen Außenwerbung (DOOH).

Dynamischer Content 1.0 wird bereits seit Jahren im DOOH-Segment umgesetzt. Redaktionspartner erhalten dabei Zugriff auf das Content-Management-System der DOOH-Vermarkter und somit die Möglichkeit, die Inhalte bereits vereinbarter Werbezeiten flexibel anzupassen. Das können unterschiedliche Texte, Bilder und/oder Videoformate sein. Die News-Rubrik nationaler oder regionaler Nachrichtenpartner auf DOOH-Medien ist hierfür ein gutes Beispiel. Diese werden durch Redakteure manuell angepasst.

Dynamic Content 2.0 wird unter dem Begriff „Automation“ oder „Data Driven“ geführt. Der DOOH-Markt neigt dazu, in diesen Fällen von Programmatic Cases zu sprechen. Bei dieser Form des Dynamischen Contents wird der subjektive Faktor „Mensch“ reduziert. Daten dienen als fundierte Basis für die Aussteuerung relevanter Kommunikationslösungen. Ein Beispiel ist die Anpassung von Markenbotschaften an ein Spiel der Fußball-Bundesliga: Durch die eindeutige Referenzierung von Daten (Spielstand) mit dem passenden Content wird je nach Stand bzw. Verlauf der Partie ein anderes Werbemittel ausgespielt.

Dynamic Content 3.0 ist inzwischen die Paradedisziplin. In Zeiten, in denen DOOH-Medien bereits programmatisch in „Near Realtime“ gehandelt und abgewickelt werden können, gibt es eine neue Anforderungsdimension an den Content. Über Dynamic Creative / Content Optimization (DCO) werden einzelne Bestandteile eines Werbemittels an Daten gekoppelt und in Echtzeit zusammengesetzt. Damit erzielen Marketer größtmögliche Dynamik. Integriert man zum Beispiel ein Produkt (Bild oder Video) und eine Preisinfo kommunikativ in ein Werbemittel, reagiert der ausgespielte Content variabel anhand von Informationen, die aus dem Warenwirtschaftssystem des Kunden und über Face Recognition (Alter- und Geschlechterspezifisch) der gegenwärtigen Zielgruppe gewonnen werden.

Dynamic Content eröffnet der Außenwerbung damit völlig neue Möglichkeiten, Konsumenten ebenso gezielt wie flexibel und mit einer völlig neuen Customer Experience anzusprechen. Klar wird aber auch: Dynamische Außenwerbung braucht Daten. Denn nur wer die Konsumenten wirklich kennt und versteht, kann seine Inhalte passgenau auf spezifische Zielgruppen und sogar Einzelkunden zuschneiden – und so bereits eingekaufte Werbezeiten zusätzlich veredeln.

Thorsten Ebbbing ist CEO Central Europe bei Kinetic Worldwide

By |2018-02-27T12:20:29+00:00Februar 27th, 2018|Categories: Allgemein, Wissen|Tags: , , , |0 Comments

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