Was versteht man unter Yield Management?

Der DMI Blog sieht es als seine Aufgabe, das Verständnis für Digital Out of Home zu erhöhen. In einer Serie bitten wir deshalb Experten, die wichtigsten Begriffe der Branche zu erklären. Diesmal: Yield Management

Sagen Sie mal Herr Kirschke:
Was versteht man eigentlich unter YIELD MANAGEMENT?

Yield Management wird häufig im Digital-Marketing verortet, tatsächlich gilt es für die gesamte Wirtschaft und steht grundsätzlich für eine optimale Ertrags- und Kapazitätssteuerung. Kurz gesagt, geht es darum, aus seinen Produkten mit einer flexiblen Preisstrategie den größtmöglichen Umsatz zu erzielen. Fluglinien beispielsweise machen das schon seit vielen Jahren. Wer früh bucht, kriegt günstige Preise. Wer kurz vorher bucht, zahlt drauf. Zu Messezeiten sind die Businessflieger teuer, in der Ferienzeit die Pauschalreisen. Wer ganz kurz vorher bucht, kriegt Restplätze vielleicht als Schnäppchen.

In der Media-Branche – speziell im TV-Bereich – wurde Yield Management jahrelang manuell gemanagt. Die Methoden muteten dabei teils recht archaisch an und waren bzw. sind stark von Einzelpersonen und deren Qualität abhängig. Doch Programmatic Advertising hat die Spielregeln geändert und die Disziplin professionalisiert. Denn mit dem Einzug eines automatisierten und auktionsbasierten Einkaufs und der damit gewonnenen Transparenz über Preis und Nachfrage ergibt sich die Möglichkeit, die Erträge rechnergestützt zu optimieren. Als segensreich für die Publisher hat sich das Header Bidding erwiesen, welches das Inventar breitestmöglich im Markt anbietet. Dementsprechend hat sich in allen Feldern der programmatische Handel und der damit mögliche Einsatz eines profesionellen Yield Management als umsatzfördernd erwiesen und nicht, wie viele Anbieter befürchtet haben, zu einem Preisverfall geführt. Wie überall, erzielt man den größtmöglichen Effekt durch eine konsequente Umstellung.

Soweit sind wir in der DOOH-Branche noch nicht. Denn für ein optimales Yield Management braucht es eben einen schnellen und transparenten Abgleich von Angebot und Nachfrage – und zwar auch für ganz kleine Einheiten. Mit Telefon und Excel-Charts wird man dies nicht mehr lösen können. Hier kommt Programmatic Advertising ins Spiel. Nur DSPs und SSPs können kleinteilige Einheiten zu vertretbaren Kosten handeln. Und sie sorgen für Markttransparenz, in dem sie eine große Zahl von Anbietern und Abnehmern zusammenbringen.

Lars Kirschke ist Chief Product Officer bei It Works

By |2018-11-22T19:52:46+00:00November 15th, 2018|Categories: Menschen, Wissen|Tags: , , , , |0 Comments

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