Deutsche Hochschulwerbung im 24-Stunden-Einsatz

DOOH-Special in Kooperation mit Horizont

Ioannis Voudouris, Geschäftsführer Deutsche Hochschulwerbung und -vertriebs GmbH, über Touchpoints für junge Zielgruppen, Programmatic Everything und die Expansion ins Ausland.

Herr Voudouris, die Deutsche Hochschulwerbung gilt als Spezialist für Hochschulmarketing. Das ist einerseits richtig. Andererseits aber vermarkten Sie ja auch Flächen an anderen Locations.

Ioannis Voudouris: Die Deutsche Hochschulwerbung wurde 1996 in Siegen als Vermarkter von Werbemöglichkeiten an Hochschulen und Studierendenwerken gegründet. Das ist auch heute noch der Kern unseres Unternehmens, hier konnten wir uns dank exklusiven Vermarktungsvereinbarungen mit vielen Hochschulen und Studierendenwerken eine marktführende Position in Deutschland erarbeiten. Die Zielgruppe der Studierenden ist aber sehr dynamisch und erneuert sich kontinuierlich etwa alle drei bis vier Jahre. Zudem ist der Übergang von der Schule zum Studium und schließlich zum Berufseinstieg fließend. Daher verstehen wir uns mittlerweile als Zielgruppenvermarkter, der sowohl Studierende und Absolventen an den Hochschulen, aber auch Schüler, Auszubildende und Young Professionals erreichen kann. Das geht natürlich am besten mit diversifizierten Touchpoints, um die wir unser Portfolio bereits ergänzt haben. Wir setzen zudem verstärkt auf den Einsatz neuer Medien, Anwendungen und Events, die den Zeitgeist dieser technikaffinen Zielgruppen treffen.

Welche Standorte spielen denn bei der Vermarktung junger Zielgruppen eine dominierende Rolle? Und welche werden immer wichtiger?

Voudouris: Junge Zielgruppen sind in erster Linie an naheliegenden Touchpoints anzutreffen: Schüler an Schulen, Auszubildende in Berufsschulen, Studierende und Absolventen an Hochschulen. Dann gibt es noch Touchpoints, die generell eine hohe Anziehungskraft auf jüngere Zielgruppen ausüben, wie Bars, Cafés, Bäder oder Fitnessstudios sowie Werbeträger, die sich auf dem Weg zwischen den verschiedenen Touchpoints befinden wie CLP an Bushaltestellen oder Screens an Bahnhöfen. Wir verfolgen bei der Beratung einen 24-Stunden-Ansatz, in dem wir die Zielgruppe unabhängig von Touchpoints betrachten und überlegen, wie ihr Bewegungsprofil und Mediennutzung ausgestaltet ist, um dann die passenden Werbeformate zu empfehlen.

Landläufig heißt es: Die jungen Menschen sind entweder über ihr Smartphone mit Werbebotschaften erreichbar oder gar nicht. Richtig oder falsch?

Voudouris: Klare Antwort: falsch! In der Studie “Public & Private Screens 2016-2017” hat das DMI herausgefunden, dass mobiles Internet überwiegend von zuhause aus genutzt wird, das geben 90 Prozent der Befragten an. Aber auch sonst schauen die Schüler und Studierenden auch mal von ihren Smartphones auf und bekommen sehr wohl ihr Umfeld und damit die Werbung um sie herum mit. In der von uns und der KÖNIGSTEINER Gruppe durchgeführten „JOBCAMPUS Studie“ von 2019 haben wir herausgefunden, dass 83 Prozent der in der Studie Befragten am Campus Plakate wahrnehmen, auf denen Arbeitgeber für sich werben. Somit gehört die klassische Plakatwerbung an den Hochschulen weiterhin zu den aufmerksamkeitsstärksten Werbemedien. Wichtig für den Erfolg einer Kampagne ist es, in einem sinnvollen Marketingmix über digitale und analoge Kanäle hinweg ein nachvollziehbares Storytelling aufzubauen.

Welche Wachstumspläne haben Sie für Ihr Unternehmen in Deutschland?

Ein Hauptaugenmerk liegt auf der Vermarktung und dem Ausbau von Werbemöglichkeiten, sowohl bestehender als auch  neuer Standorte. So konnten wir erst vor wenigen Tagen einen wichtigen Pitch gewinnen, der uns die exklusive Vermarktung eines der größten Studierendenwerke in Deutschland sichert. Wir unternehmen große Anstrengungen, die Werbemöglichkeiten an unseren Hochschulstandorten nach und nach zu modernisieren. Dazu zählen zum Beisppiel hochwertige Großflächen, aber insbesondere unser DOOH-Netz, welches wir weiter ausbauen und die bereits gegebenen technischen Möglichkeiten bei den Werbekampagnen ausschöpfen wollen.

Wie bereits erwähnt diversifizieren wir unsere Touchpoints und konnten beispielweise vor kurzem den Zugang zu über 400 Screens in mehr als 200 Fitnessstudios in ganz Deutschland vereinbaren. Ebenfalls können wir auf zahlreiche Screens in Bädern zugreifen. Diese beiden Netze werden in den nächsten Monaten noch stark anwachsen. Neben dem DOOH-Bereich bauen wir auch unsere Angebote im Bereich des Recrutainment weiter aus. Hier ist unser Verbundpartner young targets aus Berlin eines der führenden Unternehmen und seit Jahren in diesem Bereich tätig.

Wird die Deutsche Hochschulwerbung auch ins Ausland expandieren? Bleibt es dann bei dem Namen Deutsche Hochschulwerbung?

Voudouris: Wir sind schon länger über Partner und auch eigene Mitarbeiter in der Schweiz und in Österreich präsent, so dass wir hier ebenfalls  für Werbekunden direkt an den Hochschulen aktiv werden können. In Polen und neuerdings auch Frankreich, zwei Länder mit einer sehr spannenden Hochschullandschaft, haben wir Joint Ventures gegründet und bauen sukzessive ein Netz an digitalen und analogen Werbeträgern auf. Wir werden weiterhin als die „Deutsche Hochschulwerbung“ agieren. Als Zielgruppenvermarkter sind wir über unsere Joint Ventures aber nicht nur in unserem Kernland, sondern auch in Frankreich, Polen, BeNeLux sowie Österreich und der Schweiz zentraler Ansprechpartner für Werbetreibende.

DOOH experimentiert derzeit mit ersten programmatischen bzw. automatisierten Kampagnen. Welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht?

Voudouris: Wir konnten in den letzten vier Jahren bereits viele Programmatic Advertising Kampagnen im Online-Bereich umsetzen und so entsprechende Erfahrungen  sammeln. In den letzten Monaten haben wir zudem Kampagnen mit „Programmatic Everything“-Ansatz umgesetzt. Darunter versteht man programmatische Kampagnen, die über die Medien Display, Mobile, Video, Audio, Out-of-Home und TV ausgespielt werden. Ab Anfang kommenden Jahres werden wir unsere Screens programmatisch anbieten: Durch den Einsatz der Digital Signage Software „BroadSign“ verfügen wir bereits über die technischen Voraussetzungen dafür. Hier werden wir sehr bald erste Erfahrungen sammeln können und gehen fest davon aus, dass Programmatic Advertising für uns ein wichtiger Baustein im DOOH-Bereich werden wird.