Verner: 95 Prozent Steigerung trotz Corona

Der Berliner Vermarkter Verner & Friends hat die Buchungen in seinem Rewe- und Edeka-Netz nahezu verdoppeln können. Das lag an der steigenden Nachfrage, aber auch am Ausbau seines Netzes.

Die Corona-Pandemie hat Alltag, Wirtschaft und Gesellschaft gründlich durchgerüttelt. Erst allmählich steuern wir wieder auf einen Leben zu, das weltweit eine Zwangspause einlegen musste. Das bedeutet: Die Mobilität der Menschen (die ohnehin überraschend hoch blieb) steigt weiter. Erste Öffnungs-Szenarien sorgen für eine behutsame Belebung der Geschäfte, es wird wieder Konzerte und Events geben, und Reiseanbieter verzeichnen eine steigende Nachfrage („aber nur mit Storno!“).

Allerdings – nicht für alle Unternehmen bedeuteten die endlosen Monate auch wirklich Krise. Das wurde nicht zuletzt beim profitablen Geschäft mit Gesichtsmasken oder Desinfektionsspendern deutlich. Es gibt zahlreiche Start-ups und Geschäftsideen, die in den zurückliegenden Monaten richtig Fahrt aufnahmen – auch im DOOH-Bereich. Zu ihnen zählt beispielsweise das Unternehmen Verner & Friends aus Berlin, das in der Region Berlin-Brandenburg digitale Flächen an Flughäfen, in Einkaufszentren, bei Saturn und bei Edeka vermarktet. Wobei: Das Business an den Flughäfen lahmt nach wie vor. Dafür brummt es anderswo. „Die Auswirkungen der Corona-Krise auf DOOH sind ganz unterschiedlich“, sagt Ronald Verner, Geschäftsführer von Verner & Friends. „Während zum Beispiel Tankstellen und Supermarktnetze eher profitieren, schwächeln Flughäfen und Bahnhöfe.“

Interesse an Airport-Flächen kommt wieder

Auf sein eigenes Geschäft bezogen, bedeutet das: Flughäfen eher auf Sparflamme. Dafür aber hat sich die Nachfrage nach Werbepräsenz auf seinem Edeka- und Rewe-Netz rasant entwickelt. Denn der Lebensmitteleinzelhandel blieb in der Corona-Krise ein stark frequentierter Hot-Spot, was vor allem Marken, die in den dortigen Regalen vertreten waren, zu schätzen wussten. Aber nicht nur die. „Früher wurde das Netz eher einzeln von lokalen oder umliegenden Restaurants oder Fitnessstudios gebucht“, so Verner. „Jetzt wird es immer mehr von mittelständischen Firmen oder nationalen Firmen zur Verlängerung ihrer Kampagnen eingesetzt.“ Die Buchungen seien um 95 Prozent gestiegen.

Das hängt auch damit eng zusammen, dass das Netz mit seinen 49 Zoll großen Monitoren, die direkt im Kassenbereich stehen, stark gewachsen ist. Im Jahr 2019 waren es noch 45 Outlets in Berlin-Brandenburg. Inzwischen habe man eine regionale Coverage von nahezu 100 Supermärkten erreicht. Ein wenig mehr sollen es noch werden, dann passt es. Verner: „Der Edeka- und Rewe-Ausbau wird nur noch leicht vorangetrieben, weil wir ja bereits eine tolle Abdeckung in der Hauptstadt haben.“

Die steigenden Umsätze sollen in diesem Jahr vor allem an anderer Stelle erzielt werden. Immerhin dürfte das Interesse der Werbeindustrie an den Airport-Flächen wieder erwachen, Shopping Malls und Saturn werden irgendwann auch wieder richtig öffnen. Und zudem arbeitet Ronald Verner an einer Erweiterung seines Rechteportfolios, das eine echte Überraschung beinhalte. „Das neue Vermarktungsprojekt wird eines der größten OOH-Projekte ganz speziell in der Hauptstadt werden“, verrspricht Verner. „Was genau, wird Anfang Juni offiziell verkündet.“

Wir bleiben dran.